Die Todsünden in einer Bewerbung

Liebe Leser,

ich bin vor einiger Zeit mal meine Notizen durchgegangen und habe nun versucht, mal die Todsünden aufzulisten, die man in einer Bewerbung begehen kann. Da gibt es leider so einiges … wenn Sie diesen Blog nun lesen, werden Sie vielleicht sagen: „Würde ich niemals machen!“

Sie vielleicht nicht. Aber glauben Sie mir, genau diese Fehler passieren – und das nicht einmal selten. Natürlich werden Sie aus diesem Eintrag heraus nicht erfahren, wie Sie es machen sollten. Aber manchmal ist es schon hilfreich zu erfahren, wie man es auf keinen Fall machen sollte.

Falsche Form der Bewerbung

Unternehmen geben in der Regel vor, auf welchem Weg sich Bewerber bewerben sollen. Online, per Telefon oder klassisch per Post? Lesen Sie bitte die Stellenanzeige. Sie sind sofort aus dem Bewerbungsverfahren draußen, wenn die Bewerbung online gewünscht wird und Sie versenden Ihre Bewerbungsmappe per Post. Und umgekehrt ebenso.

Falsche Anrede

Ganz wichtig: Die Anrede! Wenn Sie die Bewerbung an Herrn Müller richten sollen, steht er als Ansprechpartner in der Stellenanzeige. Wenn Sie nun eine Bewerbung an das Unternehmen schicken und vergessen, ihn als Ansprechpartner mit in die Anschrift aufzunehmen, ist das schon der erste Fehler. Der zweite Fehler, der in diesem Rahmen passieren kann, ist Ihre Anrede. Wenn ein Ansprechpartner in der Stellenanzeige genannt ist, sprechen Sie ihn bitte mit Ihrem Schreiben auch persönlich an, statt sich an die „sehr geehrten Damen und Herren“ zu wenden.

Fehler in der Rechtschreibung, im Stil oder in der Zeichensetzung

Nobody is perfect, aber vier Augen sehen mehr als zwei und sechs Augen sehen mehr als vier. Deswegen lassen Sie Ihre Bewerbung am besten noch mal von jemandem prüfen. Inhaltlich und in Bezug auf die Rechtschreibung. Eine Bewerbung, die Fehler enthält, landet meist auf dem Stapel Ablage P = Papierkorb.

Qualität

Wenn Sie postalische Bewerbungen versenden, achten Sie bitte auf die Qualität der Mappe, des Umschlags, des verwendeten Papiers. Für Bewerbungen verwendet man etwas dickeres Papier, das sieht einfach schöner aus. Achten Sie bitte auch auf die Qualität der Ausdrucke oder Kopien – wenn die Druckerpatrone schon fast leer ist, wechseln Sie sie lieber aus, auch wenn Sie der Meinung sind, dass die Dokumente ja noch lesbar sind. Kopien, die Sie bereits mehrfach verwendet haben, sollten Sie auf Eselsohren und Flecken überprüfen. Vermeiden Sie auch doppelseitige Kopien! Auch die Mappe sollte möglichst neu sein.

Lose Blattsammlungen vermeiden!

Manche Menschen sparen an der falschen Stelle und verzichten auf eine Bewerbungsmappe. Das ist ein großer Fehler – denn der Empfänger erhält einen Stapel Papiere, die einfach nicht geordnet sind und wenn er sie ordnen möchte, muss er sie in eine Mappe stecken. Das tut in einem Personalbüro aber niemand. Lose Blattsammlungen landen von daher im Papierkorb. Auch ein Tacker kann das nicht verhindern – getackerte Dokumente ohne Mappe landen ebenfalls im Papierkorb.

Zu wenig Porto

Ich habe es schon erlebt, dass Unternehmen für eingesandte Bewerbungen Porto nachzahlen mussten. Entsprechend gut gelaunt ist man dann, wenn man die Bewerbung des Verursachers in der Hand hat.

Korrekturen mit Tippex

Jeder verschreibt sich mal – das kann passieren. Aber gerade im Zeitalter der Computer sollte man einen Ausdruck, der einen Fehler enthält, lieber gleich im Papierkorb entsorgen und bloß nicht nachträglich Korrekturen mit Tippex durchführen. Das sieht nachlässig aus und man gewinnt im Unternehmen den Eindruck, dass Sie es auch sonst nicht so genau nehmen mit der Sorgfalt.

Unvollständige Anlagen

Wenn Sie ein Anlagenverzeichnis beilegen, müssen auch sämtliche Anlagen in der richtigen Reihenfolge dabei sein. Fehlt hier ein Zeugnis oder ein anderes Dokument, erweckt das eventuell einen falschen Eindruck. Im Anschreiben selbst sollten Sie auf keinen Fall alle Anlagen aufzählen!

Originalunterlagen

Glauben Sie es oder nicht, aber ich habe es schon erlebt, dass eine Bewerberin ziemlich verzweifelt war über den Verlust all ihrer Zeugnisse. Sie hatte tatsächlich ihre einzigen Originale in die Bewerbungsmappe gepackt. „Aber ich hatte schon ein Telefon geführt und war mir so sicher, dass ich den Job bekomme!“ klagte sie. Tja … die Unterlagen waren weg. Das Unternehmen hat sich für eine andere Bewerberin entschieden und die Unterlagen geschreddert. Es ist bitter, wenn man sein Leben lang gearbeitet hat und gute Zeugnisse hatte – und plötzlich nichts mehr nachweisen kann. Nur selten kann man verlorene Zeugnisse noch einmal anfordern, je nachdem, wie lange diese Stelle zurückliegt …

Handschriftliche Anschreiben

Auch das habe ich schon gesehen und die Begründung „das ist doch viel persönlicher und hebt sich von der Masse ab“ mag glaubhaft klingen. Aber leider wird das in Personalbüros anders bewertet. Auch wenn Sie eine wirklich schöne Handschrift haben – schreiben Sie Ihre Bewerbung und Ihren Lebenslauf bitte unbedingt am PC!

Zu viel Text im Anschreiben

Für eine Bewerbung gilt: Maximal zwei Seiten für das Anschreiben. Aber das ist eigentlich schon zu viel. Personaler müssen viele Bewerbungen sichten, bevor sie sich für einige Bewerber entscheiden, die sie in die engere Wahl nehmen. Zwei Seiten im Anschreiben kosten viel zu viel Zeit. Beschränken Sie sich lieber auf eine Seite – und formulieren Sie lieber kurz und knackig.

Übertreibungen

Sie sollen in Ihrem Anschreiben Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, wie man so schön sagt … aber bitte vermeiden Sie Übertreibungen. Es genügt, wenn Se sich mit drei, vier Adjektiven beschreiben. Wenn diese kernig sind und es sich nicht um leere Schlagworte handelt, ist das tausend Mal mehr wert als eine Aneinanderreihung von zahlreichen Adjektiven,  durch die Sie sich und Ihre Arbeitsweise in den höchsten Tönen loben.

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