Dirty John, Staffel 2: Betty Broderick

Dirty John, Staffel 2: Betty Broderick

Von der Serie Dirty John war ja schon im letzten Jahr eine Staffel 2 angekündigt, und nun ist sie da: Sie trägt den Untertitel „Betty Broderick“ und kommt erneut mit erschreckend bekannten Begebenheiten daher. Dirty John ist nicht einfach nur eine Serie, das wurde schon mit Staffel 1 bekannt gegeben: Jede Staffel zeigt einen Fall, der sich tatsächlich ereignet hat. In Staffel 1 ging es um Debra und den Psychopathen, den sie leider aus dem Single-Pool gefischt hat, sowie um all die Folgen, die das für sie, ihre Töchter und ihr Geschäft hatte. Staffel 2 beschäftigt sich nun ausgiebig mit Betty Broderick, Gattin eines erfolgreichen Anwalts und verlassen für eine jüngere Frau. Das zumindest ist – ganz einfach mal auf die Essenz heruntergebrochen – der Inhalt.

Viele von uns sind Betty Broderick

Und deswegen kommt uns das nicht nur bekannt vor, was wir in dieser zweiten Staffel zu sehen bekommen, sondern kann ganz schön triggern. Viele von uns haben erlebt wie es ist, wenn man all seine Kraft, all seine Liebe und überhaupt alles was Frau so hat, in eine Beziehung steckt. Schließlich zieht man ja an einem Strang. Wenn man was erreichen will, muss man schon gemeinsam handeln. Und Betty Broderick, die ihren Mann Ende der Sechziger Jahre geheiratet hat, lebte zudem noch in einer Zeit, in der ohnehin die Welt für Frauen noch eine ganz andere gewesen ist. Frauen kümmerten sich um die Familie. Männer verdienten das Geld und erarbeiteten sich einen Standard. Und im schlimmsten Fall war das dann eben deren Standard und nicht der gemeinsame. Das muss Betty Broderick sehr schmerzhaft erfahren. In den Achtziger Jahren, in denen das ganze Drama spielt, war das möglicherweise noch ausgeprägter als heute, aber so viel hat sich eigentlich nicht geändert. Ich mag es ja persönlich nicht, wenn Frauen immer als die Guten und als Opfer dargestellt werden. In dieser Story zeigt sich allerdings zumindest die Realität wie sie schon immer war und sich für die meisten Frauen niemals ändern wird: Dass Familienarbeit offenbar nichts wert ist. 

Betty Broderick und ihre Eltern

Die Serie zeigt, und das fand ich sehr gut, auch Ausschnitte aus Bettys Jugendzeit. Eine erste, wirklich erschreckende Szene zeigt sie als (sehr gute!) Schützin unter ihren Mitschülern, und wie sie vom Pastor, der die Schießübungen wohl beaufsichtigt, mit ernstem Gesicht nach Hause geschickt wird. Peinlich berührt, und Betty versteht die Welt nicht mehr. Erst zu Hause angekommen offenbart sich die „Schande“: Betty hat – wohl zum ersten Mal – ihre Periode bekommen, und unglücklicherweise trägt sie auch noch weiße Klamotten. Ihre Mutter schickt sie mit ernstem Gesicht, eigentlich fast schon vorwurfsvoll, ins Badezimmer, kommt mit einer Damenbinde zurück, wie sie damals üblich waren, Binden, die man tatsächlich noch mit Klettverschlüssen im Slip befestigen musste.

„Du kannst auch einfach hier drin bleiben bis es vorbei ist.“

Das sagt die Mutter nicht nur im abfälligen Ton, sondern auch mit verächtlicher Mimik – und lässt Betty damit alleine. In einer weiteren Szene dürfen wir die Eltern beobachten, die offenbar sehr viel Wert auf Moral und Anstand legen: Da hat sich doch tatsächlich ein Junge erdreistet, die Familie anzurufen und nach Betty zu fragen. Betty weiß nicht, wer das war, hat niemandem die Telefonnummer gegeben und versteht auch nicht, warum man ihr nun Vorwürfe macht. Sie weiß inzwischen, was von ihr erwartet wird:

„Werde bloß keine Schlampe!“

Vater und Mutter strahlen genau das aus, und nicht zuletzt durch das, was sie sagen, gepaart mit ihrer Mimik und Gestik, was so viele Missbrauchsopfer so verdammt gut kennen: „Du kannst sowieso nichts richtig machen, du bist ein Mädchen, du bist sowieso schon mal per se schlecht, und wir versuchen eben noch das Beste daraus zu machen.“ Die Eltern von Betty Broderick haben auch später noch ein paar Auftritte am Telefon und glänzen durch Abwesenheit, wo es darum gehen würde, der Tochter zur Seite zu stehen, mit Vorwürfen, mit Mahnungen. „Alles was du tust, tust du auch uns an.“ Das ist die Antwort auf Bettys verzweifelte Bitte, sie mögen sich doch ins Flugzeug setzen und sie besuchen, ihr zur Seite stehen, als ihre Eltern einfach mal da zu sein, denn Betty ist mit all dem, was sie durchleben muss tatsächlich alleine.

Betty Broderick – Gattin von Dan Broderick

Ich will gar nicht so viel spoilern, aber ich denke, ein paar Fakten kann ich ruhig erzählen, die Story wird dadurch nicht an Spannung verlieren: Dan Broderick erscheint Betty, als sie sich in den Sechzigern kennenlernen, als der Mann ihrer Träume. Er ist nicht reich, ist Medizinstudent, hat noch ein paar Jahre vor sich, verspricht aber ihr die Sterne vom Himmel zu holen. Auch Betty studiert, kann sie fertig studieren? Ich gebe zu, dass ich das irgendwie übersehen habe. Betty hat Jobs – das zumindest habe ich nicht übersehen. Im Grunde wird Dan noch von seinem Vater finanziell unterstützt, solange er studiert, aber eben nicht so wie er es bräuchte, angesichts der Tatsache, dass er inzwischen eine Familie zu ernähren hat, denn Betty wird schnell schwanger und es wird geheiratet. Also macht Betty weiterhin irgendwelche Jobs, trägt so gut sie kann zum Familieneinkommen bei. Das Leben ist bescheiden, ja, ärmlich. Aber Betty ist guter Dinge. Sie liebt ihren Mann. Sie liebt ihr Kind. Auch das zweite, das dann noch kommt. Betty Broderick ist rund um die Uhr für ihre Kinder da, für ihren Mann, der sich für die Familie eigentlich gar nicht engagiert. Man sieht immer sie mit den Kindern zusammen – während er am Küchentisch sitzt und lernt oder eben gar nicht da ist. Er ist Student. Hat einen Aushilfsjob irgendwo, um noch ein bisschen Geld nach Hause zu bringen. Betty hat Jobs, so gut es eben möglich ist mit den Kindern. Ansonsten studiert Dan Broderick und ist einfach wichtig. Erschreckend eine Szene gleich zu Beginn ihrer Ehe: Betty und Dan sind in einem (billigen) Hotel, mehr kann man sich ja nicht leisten, sozusagen auf Hochzeitsreise. Betty möchte was erleben, fordert ihn auf, mit ihr auszugehen, das Zimmer mal zu verlassen. Dan will poppen und ansonsten … keine Ahnung, mehr hat man von ihm nicht gesehen. Betty erwähnt scherzhaft, dass das Reinigungspersonal keine Möglichkeit hat, mal das Zimmer zu säubern oder das Bett zu machen. Dan erklärt ihr, er hätte das Reinigungspersonal abbestellt. Betty reagiert irritiert.

„Du kannst das Zimmer sauber machen.“

Das meint er ernst. So wie er ihr später während der Ehe erklärt, in welchem Rhythmus sie seine Arbeitskleidung reinigen muss, damit er immer anständig gekleidet ist. Natürlich widerspricht sie nicht. Eine anständige Frau – und das sollte ja aus ihr werden – widerspricht ihrem Mann nicht, sondern fügt sich.

Der Trailer bei youtube

Nach dem Studium ist vor dem Studium

Dan Broderick schafft sein Medizinstudium mit Bravour, und findet eine Anstellung als Mediziner. Die Arbeit zieht er nur für einen kurzen Zeitraum lustlos durch, bis er Betty Broderick erklärt: „Pass mal auf, das bin nicht ich, ich bin kein Arzt. Ich will Anwalt werden, und mit meinem Medizinstudium kann ich mich als Anwalt auf Schadensersatzklagen gegen Ärzte konzentrieren – durch diese zwei Studien werde ich zum einzigen Anwalt, der wirklich kompetent ist für solche Fälle.“ Nun, theoretisch gar nicht blöd, aber nun folgen weitere magere Jahre für Betty: Ein Job hier, ein Job da, die Familienarbeit, die Dan als Student mit Zusatzjob („ein zweites Studium finanziert mir mein Vater nicht mehr!“) völlig ignoriert. Betty verzichtet: Auf Urlaub. Auf ein schönes Zuhause. Sie leben von der Hand in den Mund. Von Bettys Ersparnissen, von Bettys Jobs. Ganz bescheiden. Betty ist es, die nie die gute Laune und ihr schönes Lächeln verliert: „Wir schaffen das, wir haben eben noch ein paar magere Jahre, aber irgendwann wird alles gut.“

Betty Broderick: „Er verkauft unser Haus!“

Das erfahren wir schon ziemlich zu Anfang, die Serie lebt von Rückblenden, spielt dann in der aktuellen Zeit und zeigt hier und da einen Ausblick auf die Zukunft, die man nur erahnen kann. Wir sehen nach den mageren Studienjahren, wie Dan Broderick aufsteigt. Er ist tatsächlich sehr gefragt als Harvard-Absolvent in Medizin und Jura, und er wird zum hochbezahlten Spezialisten für entsprechende Fälle. Die Familie kann umziehen, in das sonnige Kalifornien. Die mageren Jahre sind vorbei. Es kommen noch zwei Kinder – diesmal Jungs. Betty darf mit ihrer Familie in ein wunderschönes Haus ziehen und das gesellschaftliche Leben genießen. Endlich kann sie sich auch mal was gönnen, im Prinzip muss sie das auch, denn das gesellschaftliche Leben verlangt ja schon nach einem gewissen Stil. Betty ist nun umringt von anderen Anwälten und deren Frauen in ihrem Freundeskreis. Die Freizeit wird im Golfclub verbracht oder im Tennisclub, definitiv immer mit einer Clubmitgliedschaft verbunden. Reiche bleiben schließlich unter sich, um noch reicher zu werden. Betty genießt das alles nach all den Jahren des Verzichts. Sie verlangt auch nicht wirklich etwas von Dan, schließlich hat sie sich von Anfang an alleine um die Familie gekümmert. Und dann plötzlich: Ein Cut. Betty spürt, dass Dan fremdgeht. Dan streitet es ab. Betty geht wie auf Eiern, versteht die Welt nicht mehr, ist voller Angst um ihre Familie, ihre Zukunft, und obwohl wir Zuschauer Dan schon von einer echt ekelhaften Seite erleben durften, denkt sie noch immer, dass er ein guter Mensch ist. Und sie liebt ihn aus vollem Herzen.

Die ekelhaften Schachzüge des Dan Broderick

Wie gesagt, wir Zuschauer haben ihn schon von der ekelhaften Seite erleben dürfen. Da sitzt also ein Dan Broderick umringt von seinen Anwalts-Freunden bei einem gemütlichen Essen zusammen und holt sich Tipps zur Scheidung – und wie er das alles handhaben kann, damit Betty möglichst wenig, am besten gar nichts bekommt. Menschen aus dem gemeinsamen Freundeskreis. Mit den Frauen dieser Anwälte ist Betty Broderick befreundet. Diese Anwälte trifft sie auf jeder Veranstaltung. Und nun sitzen sie da und entscheiden gemeinsam über Bettys Zukunft, lachen sich kaputt über die juristischen Tricks, die so möglich sind, um Dans Vermögen zu schützen und Betty leer ausgehen zu lassen. Warum auch sollte sie irgendwas kriegen? Dan ist der absoluten Überzeugung, dass immer nur er für Geld gesorgt hat. Nur dank ihm und seinem Ehrgeiz, den er durch die zwei Studiengänge bewiesen hat, geht es ihnen jetzt gut und sie sind reich. Betty erinnert ihn in irgendeiner Szene an all den Verzicht, an all ihre Jobs, mit denen sie dazu beigetragen hat, die Familie über Wasser zu halten. Dan lacht sie aus, wird zynisch. „Ach ja, das bisschen Tupperware-Verkauf, stimmt.“ Oder: „Du meinst deine Ersparnisse aus Babysitter-Jobs?“ Natürlich zählt nicht, dass sie die ganze Familienarbeit geleistet hat – immerhin mit zwei Kindern. Natürlich zählt nicht, dass sie gewaschen, geputzt, gekocht und aus ganz wenig so viel wie möglich gemacht hat. Auch ihr Verzicht über viele Jahre zählt nicht.

Das war kein Verzicht, das war deine Investition in deine Zukunft als Frau eines Mannes von dem du wusstest, dass er noch viel erreichen wird.“

Wir erfahren von der Möglichkeit des „Eppstein-Kredits“, benannt nach einem Präzedenzfall: Der vermögende Partner kann all das Geld, das seine Partnerin vor der Scheidung ausgegeben hat, bzw. all die Schulden, die sie gemacht hat durch Kreditkartenzahlung und sonstige Investitionen, vom gemeinsamen Vermögen abziehen. Da wird schon klar, dass Betty so gut wie nichts bekommen wird. Dan – gespielt von Christian Slater – ist offenbar sehr von sich überzeugt: 

„Das hier ist mein Haus. Wir reden hier von meinem Geld, das du mit vollen Händen ausgibst. Wenn hier also jemand geht, dann wirst du das sein, nicht ich.“

Wie war das noch? Auch ich bin so aufgewachsen: „Als Frau muss man einem Mann den Rücken freihalten.“ An Betty Brodericks Fall sehen wir, was wir inzwischen ohnehin schon wissen: Das lohnt sich nicht, das geht nach hinten los, das sorgt für Armut – und zwar nicht für den Mann, dem wir den Rücken freigehalten haben.

Betty Broderick rastet aus

An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, schreien zu müssen, sie anschreien zu müssen. „Hör auf, Betty! Lass das!“ Aber letztlich gab es ein paar Szenen, die ich ehrlich gesagt doch ein bisschen genossen habe. Dans neue Flamme, mit der er Betty nun lange genug betrogen hat, wohnt ja nun mit ihm zusammen und hat ihm eine schöne Torte gebacken, der Anlass ist wohl egal. Geburtstag? Habe ich vergessen. Betty ist in diesem Haus, obwohl sie da nicht sein darf, per Gerichtsbeschluss, aber sie wollte ja nur ihre Kinder sehen. Und sie schnappt sich die Torte, um sie genüsslich in seine gesamte Garderobe zu klatschen und das Bett, dass Dan sich mit seiner Linda teilt, damit zu beschmieren. Die Folge ist natürlich ein weiterer Gerichtsbeschluss. Betty spart nicht mit Beschimpfungen, mit Wutausbrüchen, die man mehr oder weniger nachvollziehen kann. Sie ruft ihn an, sie quatscht auf den Anrufbeantworter. Linda ist und bleibt über Jahre nur die „Nutte“, Dan wird beschimpft. Aber der ist ja Anwalt und weiß sich zu wehren. Mehr verrate ich nun nicht, aber mit all seinen Winkelzügen schafft er es tatsächlich, Betty völlig auszubooten. Jede Beschimpfung kostet ein Bußgeld. Jede Handlung kostet ein Bußgeld.

Es gibt keinen Anwalt für Betty

Zu Anfang, und als er Betty loswerden wollte, forderte er sie noch auf, sich einen Anwalt zu suchen. Dieser Anwalt, den Betty ganz zu Beginn dieser Trennungsgeschichte gefunden hat, machte ihr sehr schnell klar, mit wem sie es da zu tun hat. Dan sollte diesen Anwalt zahlen, tut es aber nicht. Der Anwalt streicht die Segel. Betty selbst hat ja kein Geld für die horrende Rechnung. Dan lacht sie regelrecht aus: „Such dir einfach einen neuen Anwalt.“ Wohlwissend, dass es in der ganzen Region keinen Anwalt gibt, der sich mit ihm anlegen wird. Eine Krähe hackt der anderen schließlich kein Auge aus! Aber selbst wenn doch, dann eilt ihm doch immer noch ein gewisser Ruf voraus:

„Dan Broderick verliert nie!“

Betty muss sich selbst verteidigen, das macht sie in bewundernswerter Weise, aber sie ist nun mal keine Juristin. Dan, der erfolgreiche Anwalt, der den totalen Durchblick hat, sitzt im Gerichtssaal und grinst siegessicher. Er hat alle Tricks aufgefahren, die man nur auffahren kann, alle Karten ausgespielt und mit jeder Minute wird klarer, dass Betty da keine Chance hat – und schließlich tatsächlich nicht nur leer ausgeht, sondern sogar noch hoch verschuldet. Die Kinder sind ihm zugesprochen worden, schon relativ zu Beginn. Betty Broderick hat alles verloren was ihr lieb und teuer war, nicht nur Geld. Sie hat den Sinn ihres Lebens verloren, ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart, ihre Zukunft. Während Dan alles hat. Das Ganze endet mit einem Doppelmord und natürlich einer Verurteilung.

Nicht schön – emotionaler Terror auch für die Kinder

Das ist der Punkt, an dem ich einfach nicht mitgehen konnte: So gut ich auch verstehen kann, dass Betty Broderick außer sich ist, so sehr ich auch die eine oder andere Racheaktion mit Genuss verfolgt habe, so wenig konnte ich nachvollziehen, wie sie ihre Kinder in der ganzen Sache involviert hat. Die Kinder werden zu Details aus dem Familienleben ausgehorcht, zu Details über Linda, die neue Frau von Dan, zu allem möglichen eben. Die Kinder müssen sich auch das Geschimpfe über ihren Vater anhören, die Ausdrücke über Linda, und auch da ist Dan Broderick einfach cleverer: Er agiert als Anwalt, auch in den Gesprächen mit seinen Kindern. Sachlich, nüchtern, ohne Wut erklärt er den Kindern das eine oder andere, schafft es jedenfalls sehr gut, dass sie sich bei ihm gut aufgehoben fühlen. Nach ihrer Mutter haben sie Sehnsucht – sagen das auch deutlich – schrecken aber auch immer wieder zurück, wenn Betty Broderick Fragen stellt oder Beschimpfungen von sich gibt. Eins zu null für Dan, schon wieder.

Viele Frauen können sich mit Betty Broderick identifizieren

Ich auch. An einer Stelle sagt sie: „Nach so viel armseligen Jahren voller Verzicht, kaum wird er vierzig und hat was erreicht, verlässt er mich für eine Neunzehnjährige.“ Ja, so was habe ich auch erlebt, sie war zwar nicht erst neunzehn, aber deutlich jünger. Und natürlich passierte das auch bei mir zu einem ähnlichen Zeitpunkt und mit einigen Parallelen. Als Betty im Knast sitzt, erhält sie Care-Pakete von Frauen aus ganz Amerika, ganz viele Briefe, die sie ermutigen sollen, Briefe, in denen betroffene Frauen ihr auch ihre eigene Geschichte erzählen. Sie sehen in Betty Broderick eine Vorreiterin, eine Kämpferin, ein Symbol. Wenn Betty freigesprochen wird, ist das ein Sieg auf ganzer Ebene für alle betroffenen Frauen. Sie ist längst zur Stellvertreterin für betroffene Frauen mit ähnlichem Schicksal geworden. Nun, wie das dann ausgegangen ist, kann man im Netz nachlesen – oder sich einfach auch die Serie anschauen. Die läuft übrigens bei Netflix

Die wahre Geschichte von Betty Broderick

Grundsätzlich werden im Format „Dirty John“ wahre Geschichten gezeigt. Betty Broderick gibt es wirklich, ihre Geschichte beschäftigte in den Achtziger Jahren die Presse in ganz Amerika und Betty sitzt seit über 30 Jahren in Haft. Sie wird frühestens mit 84 Jahren aus der Haft entlassen, war irgendwo nachzulesen. Ein verlorenes Leben. Man darf zu Recht erschüttert sein. Wer sich dafür interessiert, hier kann man ihre Geschichte nachlesen: 

Betty Brodericks wahre Geschichte

Bild: Pixabay

Verwendete Schlagwörter: