Don’t argue with idiots …

…oder auch: Streite nicht mit Besserwissern. Wir sind beim Thema Schuldzuweisungen, Unterstellungen und Entwertung durch Narzissten, Psychopathen und Co. Wie du sicher auch schon mal gemerkt hast, gibt es Menschen, mit denen du Dinge ausdiskutieren kannst. Und andere Menschen, da scheinst du gegen eine Wand zu reden. Aber wie sinnvoll kann es wohl sein, mit einer Wand zu sprechen?

Meinungsverschiedenheiten in einer guten Diskussion

Ich habe noch nie eine Beziehung mit irgendeinem Menschen gehabt, in der es nicht irgendwann einmal eine Meinungsverschiedenheit gegeben hätte. Mein Partner, meine Freundinnen, meine Schwester: Es gibt Momente, in denen man eben mal nicht einer Meinung ist. Das muss auch nicht sein. Unterschiede halten menschliche Beziehungen interessant. Wenn jemand immer meiner Meinung ist, werde ich ja niemals andere Sichtweisen durchdenken. Dabei muss ja noch nicht mal einer von beiden (oder mehreren) recht haben. Grundsätzlich geht es ja darum, einen Konsens zu finden und sich gegenseitig in seiner unterschiedlichen Sichtweise zu respektieren. Man kann dann durchaus in einer Sache verschiedener Meinung sein, während man sich in anderen Dingen wieder einig ist. In einem Streit oder einer Meinungsverschiedenheit muss man einfach als erwachsener Mensch in der Lage sein, eine andere Meinung auszuhalten – und diesen Menschen trotzdem zu mögen, bzw. ihn zu respektieren.

Schuldzuweisungen, Unterstellungen und Entwertung

Das ist genau das, was dich erwartet, wenn du mit Psychopathen und Co diskutierst und daran kannst du sie auch gut erkennen. Eben gerade warst du noch gut und wertvoll. Von einer Minute auf die andere ändert sich das, weil sich dein Gegenüber über irgendwas geärgert hat. Und dann ist alles, was du bisher warst, wertlos. Alles, was du bisher getan ist, ist wertlos. Du bist wertlos – in den Augen deines Gegenübers und da kommt es, das berühmte „gegen eine Wand reden“. Von nun an bist du nicht nur wertlos, sondern wirst für alles mögliche verantwortlich gemacht. Du bist schuld, du hast alles falsch gemacht. Es folgen alle möglichen Unterstellungen, ob sie nun einen Sinn ergeben oder nicht. Du wirst mit Vorwürfen bombardiert. Die ganz normale Reaktion eines Menschen ist, dass er sich erst einmal gegen all das verteidigen möchte. Das heißt, man wird also versuchen, seine Sicht der Dinge zu erklären, vielleicht seine Vorgehensweise zu erklären und versuchen, Verständnis bei seinem Gegenüber zu erzeugen. Ganz nach dem Motto, dass es ja damit nicht konform gehen muss, aber … bitte respektieren soll, dass man so oder so handelt, so oder so entschieden hat oder die Dinge so oder so sieht. Und, das ist jetzt das Wichtige daran: Du erklärst, und ein psychisch gesunder Mensch wird es verstehen. Psychopathen und Co verstehen es aber nicht. Je mehr du argumentierst, umso härter und ungerechter werden die Vorwürfe, umso mehr wird dir unterstellt und umso mehr wirst du angegriffen. Warum? Weil du, indem du dich erklärst, zeigst, dass du dich angegriffen und unverstanden fühlst. Weil du zeigst, dass dir eine Klärung wichtig ist. Weil du zeigst, dass dir dein Gegenüber etwas bedeutet, denn sonst würdest du dir doch die Mühe nicht machen, etwas zu erklären. Dich zu erklären. Und du spürst und siehst ganz genau: Je mehr du erklärst, umso haltloser werden die Vorwürfe. Stets kommt was Neues dazu. Und egal was dir auf den Tisch und um die Ohren gehauen wird, du bist in diesem Moment ein schlechter Mensch, wertlos, an allem schuld, machst alles falsch – dein Argumente kannst du also auch einer Wand erzählen, es hat den gleichen Erfolg, nämlich gar keinen.

Manches Silent Treatment ist gar keins 

„Silent Treatment“, das ist ein Begriff den Menschen verdammt gut kennen, wenn sie auf welche Weise auch immer, in einer Beziehung mit einem toxischen Menschen standen. Es bedeutet, dass jemand mit Schweigen bestraft wird. Mit Ignorieren. Und das ist ganz großes Pfui. Es gibt keine Berechtigung für Silent Treatment, denn es wertet Menschen ab, mit denen man so umgeht, es bestraft sie, und ein erwachsener Mensch hat kaum das Recht, einen anderen erwachsenen Menschen zu bestrafen. Manches Silent Treatment ist aber auch gar keins. Wenn man sich von toxischen Menschen lösen will, ist das oberste Gebot: KEIN KONTAKT. Warum? Siehe den Abschnitt weiter oben. Mit jedem Gespräch, mit jeder Diskussion, mit jeder Nachricht auf die du reagierst, nährst du das Ego des toxischen Menschen. Du gibst diesem Menschen das Gefühl, dass er dir immer noch wichtig genug ist, dich zu erklären oder die Sachlage zu erklären. Verständnis erzeugen zu wollen. Und du wirst immer wieder merken, dass es einen Haufen Energie kostet, denn dein Gegenüber will ja gar nicht verstehen. Du bietest Angriffsfläche. Du nährst diesen Menschen mit deiner Energie. Das ist alles. Bei Narzissten, Psychopathen und Co kann man nicht anders, als sich auf keine Diskussion mehr einzulassen. Silent Treatment? Nein. Selbstschutz.

Kein Kontakt!

Je nachdem, in welcher Beziehung man zu einem toxischen Menschen gestanden hat, fällt es leichter oder schwerer, sich an die Null-Kontakt-Regel zu halten, aber das ist das einzige, was dir wirklich irgendwann mal Ruhe verschafft: KEIN KONTAKT. Toxische Menschen sind wie ein Bumerang, sie kommen immer wieder, und zwar auf den Kanälen, auf denen du sie wiederkommen lässt. Sie stehen vor deiner Tür. Sie rufen immer wieder an. Sie bombardieren dich mit Nachrichten. Und was bekommst du da? Vorwürfe, Vorwürfe, Vorwürfe. Wenn das nichts bringt, geben viele irgendwann auf. Andere nicht. Dann kommen sie mit Freundlichkeiten um die Ecke. War ja alles gar nicht so gemeint. Oder: Nach neuesten Erkenntnissen sieht die Sachlage ja ganz anders aus. Spätestens an diesem Punkt brechen viele zusammen und versuchen erneut das, was vorher nicht klappte. Ein Gespräch. Die Sache, die zu all dem Ärger führte, einfach mal aufdröseln. Menschen suchen nach Gerechtigkeit, nach einem sauberen Abschluss. Ich halte das auch für gut und ehrenwert, Dinge klären zu wollen, andere Menschen nicht mit tausend Fragen zurückzulassen, auf die sie nie eine Antwort bekommen. Doch wie gesagt: Bei toxischen Menschen quatscht du gegen eine Mauer. Selbst wenn es dir gelingt, diese eine Sache aufzudröseln und wieder einen Scheinfrieden herzustellen, so ist es doch wirklich nur das: Ein Scheinfrieden. Denn der nächste Stress kommt bestimmt. So schwer es also fällt, das einzige was dich wirklich schützt ist: Finde deinen eigenen Abschluss mit Menschen, die auf diese Art und Weise mit dir umgegangen sind. Rede nicht mehr mit ihnen. Erkläre dich nicht mehr. Erkläre die Sachlage nicht mehr. Sie glauben das, was sie glauben wollen und nicht das, was du sagst. Es ist ein ganz übles Spiel und das hört nur auf, wenn du nicht mehr mitspielst. Oder hättest du Lust, mit jemandem Tennis zu spielen, der nur dasteht und nichts tut? Der die Bälle nicht zurückschlägt? Das ist langweilig.

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