Flying Monkeys – wer sind die eigentlich?

Flying Monkeys, auch fliegende Affen genannt, ist ein Begriff, der immer wieder im Zusammenhang mit Narzissmus auftaucht. Wer oder was sind die eigentlich, diese fliegenden Affen? Sind das Fans, Bewunderer, echte Freunde? Kritisieren sie, hinterfragen sie auch mal was? Was mich ärgert ist, dass inzwischen zumindest im Internet jeder, der nicht einfach alles hinnimmt, als Flying Monkey von irgendwem bezeichnet wird.  Und was mich weiterhin ärgert ist, dass es so oft heißt, das sind einfach nur „Fans“ oder „Bewunderer“.

Fans und Bewunderer

Klar,  die gibt es, sonst hätte keine Band, kein Schauspieler, keine Serie, kein Buch, kein Autor, einfach niemand, der in irgendeiner Form an die Öffentlichkeit geht, eine Chance. Wer etwas erschafft und es der Welt zur Verfügung stellt, hat naturgemäß schon ausreichend Feinde und Widersacher. Mit viel Glück aber eben auch Fans und/oder Bewunderer. Ein Fan ist also entsprechend hinter jedem Schnipsel her, der über sein Idol in der Presse steht, wird jeden Song auswendig kennen, jeden Film gesehen haben. Aber Fans nehmen nicht kritiklos alles hin, ganz im Gegenteil. Ihr Idol ist solange ihr Idol, wie ein Fan ihn/sie toll finden kann. Das heißt, es kann durchaus passieren, dass das Idol irgendwann mal etwas sagt oder tut, was dem Fan nicht passt – und dann ebbt das Interesse möglicherweise ab. Mir fallen da ganz spontan so einige Schauspieler ein, die negativ durch die Presse gingen, durch Alkohol- oder Drogenexzesse und moralisch infrage gestellt wurden. Sie haben definitiv eine Menge Fans verloren. Fans nehmen nämlich eben nicht alles einfach so hin und verteidigen blindwütig. Beziehen wir das nun mal auf Narzissmus, so verhält es sich ebenso.  Flying Monkeys haben ein Motiv. Und das ist kein reines Fan-Dasein und hat auch nichts mit Sympathie zu tun.

Flying Monkeys sind oft nur manipulierte Menschen

Und zwar auf die eine oder andere Art. Normalerweise sind fliegende Affen eigentlich die Menschen, die ein Narzisst vorschickt, um seine Bedürfnisse und Wünsche durchzusetzen und zu verteidigen. Allerdings tun sie das in der Regel nicht blindwütig, sondern eher im guten Glauben. Sie setzen sich für eine Sache ein, die sie für richtig halten. Für einen Menschen, den sie für sehr integer halten. Sie verteidigen diese Sache oder diesen Menschen nach allen Seiten, während das „Idol“ sich im Hintergrund hält und hetzt und manipuliert. Wie macht der das? Oder sie? Klar, die fliegenden Affen müssen bei der Stange gehalten werden, das heißt, sie müssen überzeugt bleiben. Narzissten verhalten sich ihren fliegenden Affen gegenüber sehr lieb, bevorzugen sie, hätscheln sie, machen sie auf unliebsame Gegner aufmerksam oder … manipulieren sie dahingehend, dort ein gutes Wort für sie einzulegen, wo sie punkten wollen.
Ein gutes Beispiel für einen Flying Monkey ist zum Beispiel die beste Freundin, bei der ein „Verflossener“ sitzt und heult, ihr seine natürlich allerbesten Absichten erklärt, die er mit seiner Freundin hatte. Wenn die nicht mehr zuhören will, ist das ein gerne genutzter Weg. Wenn der Ex seiner Verflossenen nicht klarmachen kann, dass er sich ändern will und all seine Fehler eingesehen hat, dann versichert er das tränenreich ihrer besten Freundin und wenn er das richtig gut macht, passiert nun Folgendes: Die beste Freundin macht ihrer Freundin klar, dass sie ihren Verflossenen vielleicht doch noch mal zurücknimmt, ihm eine Chance gibt, denn … ach je, der meint es wirklich ernst und ist „total fertig“. Die beste Freundin wird zum Flying Monkey, aber mal im Ernst: Man kann ihr dafür nicht böse sein. Sie handelt im guten Glauben. Der Typ hat sie einfach überzeugt. Männer, nicht böse sein, die Narzissen sind natürlich auch da, das klappt auch für Frauen, die den besten Freund ihres Ex als Klagemauer benutzen. Flying Monkeys sind also oft Menschen, die in irgendeiner Form manipuliert wurden und daher im Sinne des Manipulierers handeln.

Schwierig wird es, wenn sich die Meinung ändert

Ein Flying Monkey ist nur in ganz seltenen Ausnahmefällen jemand, der wider besseres Wissen für eine eigentlich falsche Sache eintritt. Es ist eher so, dass es sich um Menschen handelt, die sich Gedanken über Gerechtigkeit oder Wohlbefinden machen, Menschen, denen häufig nur sehr einseitige Informationen vorliegen, die das aber oft nicht mal wissen. Schwierig wird es dann, wenn plötzlich neue Informationen auftauchen und die Sachlage von ganz anderen Seiten noch mal beleuchtet werden kann. Und spätestens dann ändert sich bei einem denkenden Menschen (was die meisten sicher sind) möglicherweise die Meinung zur Sachlage. Spätestens dann ist man nicht mehr bereit zu verteidigen oder für das Wohl des anderen zu kämpfen, sich für ihn oder sie einzusetzen. Fazit: Denkende Menschen werden von ihrem Idol dann sehr häufig verstoßen, diffamiert, beleidigt, auf jeden Fall aber aus dem persönlichen Umfeld entfernt. Fallen gelassen. Jeder kann irgendwann mal feststellen, dass er sich ohne es zu wollen als fliegender Affe betätigt hat.

Ist dir das noch nie passiert?

Mir schon. Dazu stehe ich. Ich habe mich schon für Dinge eingesetzt, die ich dann irgendwann nicht mehr gutheißen konnte, als ich neue Informationen erhielt. Als ganz junge Frau habe ich auch mal den Fehler gemacht, dem Verflossenen meiner besten Freundin zu glauben, als er sich bei mir ausheulte und mir versicherte, er bereue doch alles zutiefst und würde sich so gerne ändern, wenn sie ihm doch nur mal eine Chance gäbe … na klar habe ich mich für ihn bei meiner Freundin eingesetzt – und ich habe es bitter bereut. Je älter man wird, umso erfahrener geht man mit diesen Dingen um, weil es eigentlich ständig passiert und überall.

Wie du erkennst, ob du zum Flying Monkey gemacht werden sollst!

Kann man ruhig so sagen, du wirst eiskalt benutzt. Du sollst dich für oder gegen etwas oder jemanden stark machen, bekommst dafür ein paar Informationen, aber dass du dich überhaupt stark machen sollst, das ist eine Botschaft, die ganz subtil rübergebracht wird. Eigentlich wirst du gar nicht dazu aufgefordert, sondern du hast den inneren Drang zu helfen, zu beschützen, zu verteidigen, nach den Infos, die dir vorliegen. Bevor du also für eine Sache oder eine Person in die Bresche springst, solltest du dir ganz genau überlegen, ob es nicht noch andere Versionen dieser Wahrheiten gibt, die dir näher gebracht wurden. Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, erkennst du vor alllem an einem Merkmal, dass du benutzt worden bist: Du wirst nämlich verstoßen aus dem Kreis der Vertrauten. Wenn du es auch noch wagst zu kritisieren und Dinge infrage zu stellen, wirst du diffamiert und zur persona non grata erklärt, wenn es ganz schlecht läuft. Du wirst fallen gelassen und das auf eine Art, dass du die Welt nicht mehr verstehst.

Nicht jeder Verteidiger ist ein Flying Monkey

Es gibt sie immer noch, die Menschen, die sich empören, wenn sie mitkriegen, dass etwas oder jemand angegriffen wird. Wäre das nicht so, würden zum Beispiel alle Mobbingopfer alleine dasstehen. Mobbing ist ein gutes Beispiel, denn wenn man als Außenstehender auch nur einigermaßen mit Gerechtigkeitssinn ausgestattet ist, und mitkriegt, dass jemand fertig gemacht wird, hat man eigentlich schon fast die heilige Pflicht, sich in irgendeiner Form solidarisch zu zeigen. Diese Menschen werden dann gerne mal als Flying Monkeys dargestellt und bezeichnet. Nun … es muss sich jeder Mensch selbst überlegen, ob er sich für eine Sache oder eine Person einsetzt. Tatsache ist, dass es immer wieder Dinge gibt, die unseren Gerechtigkeitssinn auf die Probe stellen, und ebenso wird es immer wieder Menschen geben, die das tun. Dann handeln wir.

Echte und unechte Flying Monkeys

Die unechten Flying Monkeys haben wir eben hinreichend besprochen. Diese Menschen wurden manipuliert. Das kann jedem passieren, dahinter steckt keine Boshaftigkeit, sondern einfach nur der Wunsch zu helfen, zu unterstützen oder ungerechte Dinge nicht schweigend hinzunehmen.

Echte Flying Monkeys hingegen sind mit einer gewissen Boshaftigkeit ausgestattet und verfolgen gemeinsam mit ihrem Idol ein gemeinsames Ziel, haben vielleicht sogar eigene Motive dafür. Echte Flying Monkeys wissen, dass sie benutzt werden, oder sie ahnen es zumindest, nehmen es aber in Kauf, weil es ihnen gelegen kommt. Echte Flying Monkeys wissen auch, dass sie moralisch verwerflich handeln, rechtlich bedenklich und meist sogar absolut heimtückisch. Aber sie tun es trotzdem, weil  sie Rache üben oder tatsächlich eigene Ziele damit erreichen können. Ein Fan wird immer irgendwann an einen Punkt kommen, vielleicht sogar öfter mal, an dem er/sie moralisch hinterfragt, was da eigentlich passiert – und ändert gegebenenfalls seine Meinung. Ein echter Flying Monkey hingegen weiß, dass er Unrecht tut – und tut es trotzdem weiterhin, nachhaltig, und nimmt in Kauf, anderen damit zu schaden.

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